Unmögliches ist so vielfältig bestimmbar wie das, als dessen Gegensatz, Anderes, Negation, Hintergrund oder Grenze es auftritt. Diesen meist unthematischen Grenzbegriff modaler Phänomenkonstellationen ausdrücklich ins Auge zu fassen, ist das Ziel der hier vorgelegten Überlegungen und Untersuchungen. Sie tun dies einerseits in phänomenologischen und (natur)wissenschaftlichen, andererseits in hermeneutischen und religiös, theologischen Horizonten.
The impossible is the modal companion to everything that is necessary, possible and real and thus it is the boundary concept for everything which appears in everyday life, in the sciences and in religion as reality, possibility or necessity. The objective of the studies presented here is the explicit contemplation of this generally non, topical boundary concept of modal phenomenological constellations. What are possibilities if they cannot be understood as distinct from reality and dissociated from the impossible? The studies in this volume deal with these issues from the perspective of phenomenology and science and the humanities on the one hand and hermeneutics, religion and theology on the other hand. Unmögliches ist der modale Begleiter alles Notwendigen, Möglichen und Wirklichen und damit auch der Grenzbegriff all dessen, was im alltäglichen Leben, in den Wissenschaften und in der Religion als Wirkliches, Mögliches oder Notwendiges in Erscheinung tritt. Diesen meist unthematischen Grenzbegriff modaler Phänomenkonstellationen ausdrücklich ins Auge zu fassen, ist das Ziel der hier anzuzeigenden Untersuchungen. Was sind Möglichkeiten, wenn man sie nicht in Abhebung vom Wirklichen und in Abgrenzung vom Unmöglichen begreift? Und wie soll man Religionen verstehen, wenn man nicht bedenkt, dass sie nicht nur von vielen ihrer Kritiker als abwegige Wirklichkeiten, sondern auch von manchen ihrer Verteidiger als 'unmögliche Möglichkeiten' bestimmt werden? Die hier vorgelegten Überlegungen und Untersuchungen gehen diesen Fragen einerseits in phänomenologischen und (natur)wissenschaftlichen, andererseits in hermeneutischen und religiös-theologischen Horizonten nach. Dabei zeigt sich, wie überraschend virulent und verzweigt die meist unbeachtete Thematik des Unmöglichen in Alltag, Wissenschaft und Religion ist.
Inhaltsverzeichnis
Ingolf U. Dalferth:
Vorwort: Unmöglichkeit als modaler Grenzbegriff
I Phänomenologie und Wissenschaft
Bernhard Waldenfels:
Spielräume des Möglichen und Überschüsse des Unmöglichen -
Dieter Mersch:
Chiasmen. Über den unbestimmten Zwischenraum. -
Christian Strub:
' Zwischen' Welt und Sprache: Unmögliche Orte. -
Hendrik J. Adriaanse:
Utopien, kategorematisches Nichts, mögliche dicke Männer und andere Undinge -
Burkhard Liebsch:
Leidenschaft des Un-Möglichen? Anti-politische Bemerkungen mit Blick auf Kierkegaard und Derrida -
Michael Hampe:
Über die Notwendigkeit der Annahme unmöglich realisierbarer Ideale -
Gerd Folkers:
Vom Schattenwurf der Moleküle. Eine ' hochauflösende Betrachtung' zum Thema:' Vom Darstellen des Undenkbaren - Paradoxie und Metapher'
II Hermeneutik und Religion
Emil Angehrn:
Diesseits und jenseits des Sinns: Macht und Ohnmacht der Sprache -
Matthias Jung:
' Leaving it implicit' - Zur anthropologischen Prägnanz von Unbestimmtheit -
Thomas Rentsch:
Unmöglichkeit und lebensweltliche Sinnkonstitution. Aspekte einer negativen Existentialpragmatik -
Hans J. Schneider:
Das Unmögliche, das Undenkbare, das Unsagbare: Schritte zum Wunderbaren? -
Jean-Luc Marion:
Das dem Menschen Unmögliche -Gott -
Günter Bader:
Adynaton und A-Adynaton -
Stephan Schaede:
Repräsentative Eseleien vor und nach Buridan. Unmöglichkeiten im Blick auf Entscheidungsaporien theologisch gesichtet -
Tom Kleffmann:
Paradoxien ewigen Lebens -
Rainer Marten:
Wahre Hoffnungen? Eine Frage an Hermeneutik und Religion