Sartres Existentialismus ist bis heute enorm populär. Doch seine faszinierende, 1943 in "Das Sein und das Nichts" entwickelte Freiheitstheorie hat Mängel, die sich erst bei genauerer Betrachtung zeigen. Die genetisch, biographisch und phänomenologisch angelegte Untersuchung versteht sich als Beitrag zur Interpretation eines philosophischen Klassikers aus christlicher Perspektive, die nach mehr als 60 Jahren überfällig ist.
In 1943, Sartre provided the theoretical rationale for existentialism in the form of a doctrine of freedom in his work "Being and Nothingness." Existentialism became extremely popular in the postwar period and has had a lasting influence on the everyday consciousness of many people up to the present time. Inspired by philosophers such as Bergson, Descartes, Husserl and Heidegger, he dared to develop a phenomenological ontology which was able to do without a Creator who laid the foundations for the freedom of human beings. Theology very soon contradicted Sartre's popular assertions and denounced him as a libertine atheist, but did not examine the theory behind these assertions. Thomas Ebinger provides a detailed analysis of the origins and the inner logic of Sartre's doctrine of freedom as well as a study of the phenomena he describes and shows that a Christian understanding of freedom can manage without the aporiae which Sartre was unable to solve. Sartre hat 1943 mit "Das Sein und das Nichts" in Gestalt einer Freiheitslehre die theoretische Begründung seines Existentialismus vorgelegt, der in der Nachkriegszeit extrem populär wurde und bis heute das Alltagsbewusstsein vieler Menschen prägt. Inspiriert von Denkern wie Bergson, Descartes, Husserl und Heidegger wagt er den Versuch einer phänomenologischen Ontologie, die ohne einen Schöpfergott auskommt, der die Freiheit des Menschen begründet. Die Theologie hat Sartres populären Aussagen früh widersprochen und ihn als libertinistischen Atheisten denunziert, ohne sich mit der dahinter stehenden Theorie auseinanderzusetzen. Die detaillierte Analyse der Genese und inneren Logik von Sartres Freiheitslehre sowie die Untersuchung der von ihm beschriebenen Phänomene zeigt, dass ein christliches Freiheitsverständnis ohne die Aporien auskommt, die Sartre nicht auflösen konnte.