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Bewegend, erschütternd und unheimlich fesselnd. 'Bilqiss': ein
anspruchsvoller Roman für den Sommer!
Saphia Azzeddine hat es in ihrem Werk geschafft, ausführlich die
Lebensumstände von Frauen in einem fundamentalistisch
islamischen Land einzufangen. Gekonnt und direkt spricht sie
heikle Themen an und geht hart mit der Gesellschaft ins Gericht.
Ein aufwühlendes Buch, das schonungslos die Ungerechtigkeit
gegenüber Frauen aufzeigt - eine dringende Lektüreempfehlung!
Bilqiss, eine junge muslimische Witwe, erregt Aufsehen: nicht
nur, dass sie sich die Fingernägel lackiert und auf ihr Äußeres
achtet, sie liest auch noch gerne. Ihre Mitmenschen sind
misstrauisch und nachdem die junge Frau statt dem Muezzin
einfach selbst zum Gebet aufgerufen hat, warten sie nicht lange,
um sie zum Tod durch Steinigung zu verurteilen... Der Beginn der
tragischen Geschichte einer unerschrockenen Frau, die in einer
ungerechten Welt um ihr Leben kämpft.
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Wie irre muss man sein, um in einer Aubergine einen Phallus zu sehen und ihren Kauf nur zerstückelt zu erlauben? Das fragt Bilqiss, die widerspenstige Heldin dieses tragikomischen Romans. Man hat sie verurteilt, man hat sie verdammt, man wird sie steinigen. Bilqiss jedoch lässt sich den Mund nicht verbieten, sie verteidigt sich selbst vor dem überforderten Richter. Tags im Gerichtssaal, nachts in ihrer Zelle, wo er sie bald regelmäßig besucht. Rhetorisch geschickt und außerdem klug entlarvt sie die obszöne Fehlinterpretation des Korans und die scheinheilige Moral, erzwingt Tag um Tag den Aufschub ihrer Hinrichtung.
Die Weltöffentlichkeit verfolgt das Ganze in Echtzeit, schon ziert das Antlitz der Angeklagten amerikanische Solidaritäts-Tassen. Eine jüdische Journalistin reist an, um sich selbst ein Bild und eine große Reportage über den Fall zu machen.
Wütend, witzig und weise erzählt dieser Roman die Geschichte einer freien Frau in einem islamischen Land. Saphia Azzeddine schreibt mit viel Ironie und leichter Hand, dabei ist es ihr bitter ernst. Bilqiss wird sich nicht beugen, nicht um Verzeihung bitten. Und schließlich wird das Urteil gesprochen.