Wir befinden uns im Jahr 1853 in Possenhofen in Bayern. Dort wächst Sisi, gemeinsam mit ihrer ältesten Schwester Helene und ihren jüngeren Geschwistern auf dem Landgut ihres Vaters auf und sie genießen die Freiheit, die sich ihnen dort bietet. Doch damit ist es vorbei, als Helene an den Habsburger Hof gebeten wird um den jungen Kaiser Franz Josef zu heiraten. Voller Aufregung fahren Sisi, als Begleitung ihrer Schwester Helene, und ihre Mutter an den Hof nach Wien. Der Habsburger Hof in Wien ist das Zentrum der politischen Macht in Europa und die kaiserliche Familie ist äußerst bestrebt, diese Macht auch zu erhalten. Doch es kommt völlig anders als geplant, denn Franz-Josef verliebt sich in Sisi und will nur sie heiraten. Dieser Wunsch stößt auf Gegenliebe und so gibt es eine märchenhafte Hochzeit aus Liebe geschlossen.
Das Erwachen für die sehr junge Kaiserin Sisi folgt auf dem Fuß, denn ihre Tante, die Kaiserin Mutter ist alles andere als begeistert von ihrer spontanen und freiheitsliebenden Schwiegertochter, die sich einfach nicht so leicht lenken lässt und so wird der Leser mit hineingenommen in die Gedanken- und Gefühlswelt einer jungen Frau, die in eine Rolle gepresst wird, der sie noch gar nicht gewachsen ist. Sisi verzweifelt fast an dem unbarmherzigen Hofprotokoll und an der mangelnden Unterstützung ihres Mannes, dem es nicht gelingt seiner Mutter Einhalt zu gebieten. Eine Schwangerschaft verspricht Erleichterung, doch auch hier wird Sisi von der Wirklichkeit eingeholt, denn ihre kleine Tochter wird ihr sofort nach der Geburt entzogen und von der Schwiegermutter gemäß dem Hofprotokoll erzogen.
Sisi leidet in ihrer Seele und in ihrem Körper und hat das Gefühl nicht mehr atmen zu können, denn auch weitere Kinder werden ihr entfremdet. Nur außerhalb der Hofburg ganz besonders in Ungarn hat sie das Gefühl wieder Mensch zu sein, Graf Andrassy ist daran nicht ganz unbeteiligt. Nachdem sie erfährt, dass sie aus ganz bestimmten Gründen eine Krankheit bekommen hat, beginnt die zunehmende Entfremdung des Ehepaares. Franz-Josef ist vor allem Kaiser von Österreich und Ungarn, doch das Volk liebt Kaiserin Sisi und sie beginnt in ihre Rolle mehr und mehr hineinzuwachsen, immer bestrebt nicht sich selbst zu verlieren.
Alison Pataki nimmt den Leser mit hinein in die Geschichte der beliebtesten Kaiserin der Welt, mir vor allem durch die Sisi-Filme der 50er Jahre bekannt und versteht es die märchenhafte Romantik mit der bitteren Realität sehr gut zu beschreiben. Vor allem die Ausführungen der seelischen Schmerzen von Sisi, als Mutter liest es sich wirklich schwer, wie herzlos und für mein Empfinden brutal ihr die Kinder entfremdet wurden und ihren Hunger nach Freiheit und Leben finde ich sehr gelungen. Die Geschichte ist in drei Teile aufgeteilt und wir begleiten Sisi bis ins Jahr 1967. Ein guter Einstieg für alle nach Wien-Reisenden und für diejenigen, die sich ein wenig mehr als ein romantisches Märchen erhoffen.