Gut
Dies ist der Auftakt der Todesreihe von Andreas Gruber. Ich habe tatsächlich alle acht Bände geschenkt bekommen und sie lange Zeit vor mir hergeschoben, aber nun den ersten Schritt gewagt - und ich muss sagen, ich bin zufrieden. Mir liegen diese Art von Thrillern etwas mehr, denn sie erzählen eine deutlich tiefgründigere Geschichte.Es geht nicht einfach nur um einen Serienmörder, der wahllos Menschen abschlachtet, sondern letztendlich um einen Menschen, der schwer misshandelt wurde und bei dem weggeschaut wurde. Einem Menschen, dem hätte geholfen werden können, dem aber nicht geholfen wurde. Man kann sich nur schwer in die Gefühle anderer Menschen hineinversetzen. Mord scheint niemals eine Lösung zu sein, aber solange man nicht selbst Opfer ist, weiß man nie, wie sehr einen eine Straftat - vor allem im Kindesalter - belasten kann.Ich sehe den Täter hier nicht als einen wahllos mordenden, kranken Psychopathen, der eine Gefahr für seine Umwelt darstellt, sondern vielmehr als ein Opfer, für das seine Umwelt die eigentliche Gefahr war und das letztendlich versucht, diese Welt auf seine Weise davon zu "bereinigen". Vielleicht ist das eine kontroverse Meinung, dennoch denke ich, dass es unglaublich wichtig ist, genauer hinzusehen, bevor man den Täter einfach verteufelt.Ich bin gespannt darauf, wie sich die Charaktere Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder in den nächsten sieben Bänden entwickeln werden. Ihre Charaktere stellt Andreas Gruber unglaublich gut dar. Ich werde die Bücher der Reihe zwar nicht direkt hintereinander lesen, aber der Auftakt ist gemacht, und ich bin jetzt schon fast überzeugt davon, dass mir die anderen Teile ebenfalls gefallen werden - vorausgesetzt, sie sind mit derselben Qualität geschrieben wie der erste Band.Man sollte Autoren eigentlich nicht miteinander vergleichen, da jeder individuell ist. Trotzdem muss ich sagen, dass Andreas Gruber für mich eher in die Richtung von Andreas Winkelmann geht als in die von Sebastian Fitzek. Für Thrillerfans auf jeden Fall eine absolute Empfehlung.