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Max Weber

'Beck Reihe'. 'C. H. Beck Wissen'. 'C. H. Beck Paperback'.
Taschenbuch
Zu Recht gilt Max Weber (1864-1920) international als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Seine Werke zählen in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu den Schlüsseltexten der wissenschaftlichen Ausbildung. Dirk Kaesler zeichnet … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Max Weber
Autor/en: Dirk Kaesler

ISBN: 3406622496
EAN: 9783406622496
'Beck Reihe'. 'C. H. Beck Wissen'. 'C. H. Beck Paperback'.
Beck C. H.

25. August 2011 - kartoniert - 128 Seiten

Beschreibung

Zu Recht gilt Max Weber (1864-1920) international als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Seine Werke zählen in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu den Schlüsseltexten der wissenschaftlichen Ausbildung. Dirk Kaesler zeichnet knapp und anschaulich die entscheidenden Stationen seines Lebens und Wirkens nach und macht deutlich, wie eng sowohl die Themen der wissenschaftlichen Arbeiten Webers als auch deren Ergebnisse mit zeitgenössischen und familienbiographischen Zusammenhängen verflochten sind.

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung.

Das Leben eines Nachgeborenen II Von der Leibeigenschaft zum
Agrarkapitalismus.

Die Gutsbesitzer-Enquêten III Professor in
Freiburg und Heidelberg.

Aufstieg und Absturz IV Das Hohelied der
Arbeit.

Die Kulturbedeutung des Protestantismus V Der Hunger nach
sozialen Tatsachen und Theorien.

Der "Objektivitäts"-Aufsatz VI Wider die Vermengung von Wissenschaft und Werturteilen.

Die "Wert(Urteils)Freiheit" VII Rationalisierung,
Intellektualisierung, Entzauberung der Welt. Wissenschaft als Beruf VIII Der deutsche
Unheilsprophet. Politik als Beruf IX Die Vision von der
okzidentalen Rationalisierung.

Professor Weber lehrt wieder X "Soll heißen".

Die Soziologischen
Grundbegriffe und ihre Anwendungsfelder
Allgemeine Soziologie
Herrschaftssoziologie XI Charisma und
Bürokratie.

Das Konzept der"plebiszitären Führerdemokratie" XII Die Grenzen der
Rationalität.

Musik und Tod XIII Editionen und
Forschungsliteratur

Namensregister

Portrait

Dirk Kaesler lehrte bis zu seiner Emeritierung 2009 zuletzt als Professor für Allgemeine Soziologie an der Philipps-Universität Marburg.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 29.03.2014

Der letzte Universalgelehrte - ein Preuße?

Die Faszination schreibt immer mit: Dirk Kaesler will mit seiner monumentalen Biographie Max Weber entzaubern.

Groß war stets das Lamento. Da wird die Max-Weber-Gesamtausgabe bald fertiggestellt sein, und noch immer fehlt es an einer Biographie, die über Werk und Person des "Mythos aus Heidelberg" aufzuklären vermag. So blieb Marianne Webers "Lebensbild" aus dem Jahre 1926, an Authentizität und Verehrungswillen ohnehin nicht zu übertreffen, die Richtschnur für alle biographisch orientierten Weber-Interpretationen. Das änderte sich vor einiger Zeit mit Joachim Radkaus großem Versuch, "Die Leidenschaft des Denkens" bei Weber nachzuzeichnen. Es folgte Dirk Kaeslers "kleiner Weber" aus dem Jahre 2011.

Zu Webers bevorstehendem Geburtstag am 21. April erschien Anfang des Jahres Jürgen Kaubes anregende wie informative Biographie, die auch bei einem breiteren Publikum die Neugier auf den letzten Universalgelehrten der Moderne wecken könnte. Und nun folgt Kaeslers "großer Weber". Was erwartet uns? Eine erschöpfende Lektüre: Auf mehr als tausend Seiten hat der Weber-Forscher alles ausgebreitet, was er in fast zwanzigjähriger Arbeit aufgespürt hat. Wer so lange und tief schürft, wird am Ende auch Kleinigkeiten als aufregende Neuigkeiten wertzuschätzen lernen. Das ist die bekannte "déformation professionelle" aller Historiker und Philologen.

Die Stoßrichtung seiner Interpretation ist die Korrektur des "Lebensbildes", und Marianne Weber ist in Kaeslers Buch in der Tat allgegenwärtig. Zuweilen werden ganze Textpassagen von ihr zitiert, um sie dann berichtigen zu können. Eine richtige und wichtige Korrektur betrifft zweifellos das Vaterbild, denn Max Weber senior war mehr als ein Bonvivant und Honoratiorenpolitiker. So wird seine erfolgreiche politische Karriere minutiös nachgezeichnet, sein Wirken ausführlich beschrieben. Da ist der Junior noch gar nicht geboren.

Aber muss der Leser im Detail wirklich erfahren, was Weber senior im Erfurter Stadtrat im Einzelnen gemacht hat, nur weil es der Biograph (wohlgemerkt: von Weber junior) herausgefunden hat? Es ist diese Unwucht zwischen "petits faits" und den großen Linien eines neuen Lebensbildes, die irritiert. Viele zutreffende Einschätzungen werden so regelrecht zugedeckt oder geraten zu Randbemerkungen. Zudem stört der Stil, denn Kaesler kann sich nicht entscheiden zwischen einer ruhigen Erzählweise, wie sie gute Historiker für ihre Heroen wählen, und dem Zeigefinger des Professors, der wie ein Theaterregisseur den Leser mit Hinweisen und Wegemarken traktiert.

Manche seiner Charakterisierungen lösen Verwunderung aus. So diskutiert Kaesler, dass Weber zwar wohl intelligent, aber doch vor allem fleißig, weil enorm belesen war. Das wäre ungefähr so, als habe Einstein seine Relativitätstheorie nur durch Lernen, aber nicht durch Intelligenz entdeckt. Weber gilt dem Biographen als Preuße. Der Jurist, Ökonom, Historiker und Soziologe wurde in der Tat in Preußen geboren, weil Erfurt 1864 zu Preußen gehörte, wie uns in einem langen Exkurs zur Stadt Erfurt mitgeteilt wird. Aber ist er deshalb Preuße? Wenn ja, dann mit großer Ambivalenz, wie seine Hassliebe zu Bismarck und seine Verachtung für Wilhelm II. zeigen. Und warum hat er es wohl vorgezogen, sein Leben im freien und liberalen Baden, erst in Freiburg und dann in Heidelberg, zu verbringen, am Ende dann in Wien und München, und eben nicht in Preußen?

Wenn damit das Männlichkeitsideal gemeint ist, Selbstbeherrschung und Gefühlsunterdrückung, dann ist das vor allem großbürgerlich und gilt bis auf den heutigen Tag. Wenn es sein Burschenschaftlertum, seine Duell- und Prozessierungsneigung unterstreichen soll, so verweist das zwar auf einen bei ihm in der Tat stark ausgeprägten Begriff von Ehre und Anstand. Dennoch ist Weber, wie Kaesler konzediert, kein Diederich Heßling, so dass sich Heinrich Manns "Untertan", der wilhelminische Mensch par excellence, von ihm denkbar stark unterscheidet. Weber selbst hat Heidelberg als seine Heimat begriffen, nicht Berlin oder Erfurt.

Weber wird als Muttersohn charakterisiert. Das stimmt, wenn es die unverbrüchlich enge Beziehung zwischen ihm und seiner Mutter Helene zum Ausdruck bringen soll. Aber er, der sich selbst als "religiös unmusikalisch" bezeichnet hat, konnte mit der pietistisch gefärbten Ethik seiner Mutter nicht viel anfangen. Dass die Religion eine der wichtigsten Mächte der Lebensführung vor allem traditionaler Gesellschaften war, musste ihm auch nicht erst seine Mutter beibringen, sondern das war eine Tatsache noch im protestantisch gefärbten Kaiserreich. Kaeslers eigene Korrektur des Vaterbildes betont dessen Vorbildrolle: Also - Muttersohn oder Vatersohn?

Dirk Kaesler hat uns einen barocken Weber beschert, etwas pompös, mit viel Zierrat und Girlanden ausgeschmückt, eher katholisch im Sinne von "catholicus" oder umfassend als protestantisch, also prägnant und bescheiden. Es ist eine feine Ironie, dass er, angetreten, die Person Max Webers zu entzaubern und damit den Bann zu durchbrechen, in den Marianne Weber ihren Gatten mit ihrem "Lebensbild" geschlagen hatte, am Ende in der gleichen Ecke hagiographischer Verehrung landet wie Webers Ehefrau. Ein Genie fesselt eben.

Dennoch gilt: Wer sich umfassend über Weber ins Bild setzen möchte, wird am Ende doch zu seinem Werk greifen und es mit Gewinn lesen. Der historische Informationsgehalt dieser Studie ist hoch, und das allein schon verdienstvoll. Hätte Max Weber wirklich den gleichen Stellenwert wie Goethe oder Shakespeare, dann wären in der Tat auch noch die Petitessen Gold wert. Es hieße seine Bedeutung grotesk überzeichnen, würden wir dieser Illusion erliegen. Weber gilt nicht mehr als der "Makroanthropos" (Jaspers) unserer Welt. Ein Resultat hat sein hundertfünfzigster Geburtstag schon einmal erbracht: So schnell wird kein weiterer Bedarf nach einer Weber-Biographie angemeldet werden.

HANS-PETER MÜLLER.

Dirk Kaesler: "Max Weber". Preuße, Denker, Muttersohn. Eine Biographie.

Verlag C. H. Beck, München 2014. 1007 S., Abb., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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