Protagonistin Emily in Amy Chosziks Roman Soul Mate ist frischgebackene Mutter. Sie liebt ihren Sohn Holden über alles, ist jedoch tief traumatisiert von der schlimmen Geburt. Sie hat immer noch körperliche Probleme. Nur dank der Chatforen und dem Austausch mit anderen Müttern schlägt sie sich irgendwie durch. Ihr Ehemann Roman ist meistens abwesend.
Seit sie Mutter geworden ist, ist Emily besessen davon, ihre Collegefreundin Daisy wiederzufinden. Nachdem Daisy damals das Studium aufgrund von Drogen und S*xarbeit aufgab, war sie verschwunden. Doch Emily möchte ihre Seelenverwandte unbedingt wieder in ihrem Leben haben. Anfangs scheitert sie, engagiert sogar einen Privatdetektiv, wagt kaum mehr auf Erfolg zu hoffen. Doch plötzlich taucht Daisy in New York auf, und es fühlt sich an wie damals, als wären sie nie getrennt gewesen.
Gemeinsam gründen sie einen exklusiven Mom Club in einem leerstehenden Luxusapartment-Komplex, dank Nannies und exklusiver Ausstattung ist das Leben als Mutter plötzlich viel einfacher. Der Club boomt, es gibt sogar Wartelisten. Doch je näher Daisy und Emily sich kommen, wird immer klarer, dass es offenbar mehr Geheimnisse gibt, als Emily geahnt hätte
Inhaltlich möchte ich hier nicht spoilern, um nichts zu verraten, nur soviel: Die Geschichte nimmt eine für mich wirklich unerwartete Wendung. Dass ich nicht damit gerechnete hatte, fand ich nicht schlimm nur abholen konnte mich das Ganze so nicht.
Die Darstellung der Mutterschaft bzw. Emilys psychische und körperliche Erfahrungen nach der traumatisierenden Geburt fand ich recht authentisch. Die Charaktere dagegen waren mir zu konstruiert, sie wirkten auf mich nicht wie echte Menschen, blieben distanziert und nicht nahbar.
Auch die Geschichte an sich hatte zu wenig Tiefgang: Toxische Freundschaft, Einsamkeit, die psychischen Belastungen nach der Geburt bzw. mentale Gesundheit im Allgemeinen das wurde mir viel zu oberflächlich abgehandelt.
Auch der Plot-Twist war für mein Empfinden zu reißerisch und nicht überzeugend.
Schade, der Plot klang so vielversprechend, aber letztlich konnte Soul Mate meine Erwartungen nicht erfüllen.
Vielen Dank an den pola Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!