Nach Jahrhunderten trifft der Werwolf Munro endlich auf seine Seelenverwandte und verliert sie kurz darauf hin wieder. Er ist bereit alles zu tun, um sie zu retten und reist so durch die Zeit. Aber einfach wird es für ihn auf jeden Fall nicht. Nicht nur, dass Kenry ein Mensch ist; seit Generationen jagt ihre Familie all die Monster, unter denen Munro zu Hause ist. Nicht einmal im Traum würde sie daran denken, sich auf eines wie ihn einzulassen, geschweige denn selbst zu eines zu werden. Aber auch sie kann das Band, das zwischen ihnen besteht, nicht leugnen.Meine Meinung:Auf dieses Buch habe ich mich seit dem Epilog des Vorgängers so sehr gefreut. Das Brüder-Paar "heiß und heißer" mochte ich immer schon so gerne, wobei ich den ruhigeren Munro immer ein wenig sympathischer fand. Und nach den letzten Ereignissen um ihn war ich sehr gespannt, ob auch seine Geschichte mich begeistern kann. Zwar gab es gewisse Längen, aber hier spürte ich wieder die alte Stärke der Anfänge von "Immortals After Dark", sodass ich gerne darüber hinweg sehe. Mir gefielen auch die Bände zuvor, aber dieser besaß endlich wieder diesen gewissen Charme, die Spannung und das Feuer zwischen den Protas, welches mir zuletzt zu wenig präsent wirkte. Vor allem gab es schöne Wendungen, die Chemie zwischen Munro und Kereny stimmte und das Finale konnte mich richtig packen.ZuBeginnwurde die Situation von Munros letzter Mission aufgegriffen und es war gut, dass es nicht nahtlos an den Epilog von "Verlockung des Mondes" ansetzte, sondern ausgebaut wurde und man mehr Hintergrundinfos erhielt. Gerade die Einführung von dem Hexenmeister Jels und seinem Sohn war interessant und beide boten schöne Antagonisten, die richtig widerlich werden konnten. Der Prolog hielt sich aber nicht zu lange auf und ich war schnell im Geschehen, das abwechsulungsreich und spannend erzählt wurde. Eigentlich sind Zeitreisen absolut nicht meins, weil mir die Regeln und mögliche Konsequenzen meist zu dehnbar und willkürlich aufgestellt werden und ich es kreativlos finde. Aber ab und zu gibt es auch Bücher, die es schaffen, geschickt damit zu spielen und mir Spaß machen. Die Art und Weise, wie Cole es in ihre Geschichte einwob war spannend, interessant und klar durchdacht. Es gab klare Regeln, kein unnötiges Drama und blieb konsequent. Mir gefiel es, was sie damit machte und wie es ihre Figuren und die Handlung beeinflusste. Aber auch der Leser wurde immer wieder gefordert, weil moralische Fragen in den Raum geworfen wurden, mit denen die Charaktere zurecht kommen mussten. Mir machte es Spaß, darüber nachzudenken, ob ich genauso oder ganz anders gehandelt hätte.Denn dieses Dilemma nahm auch auf Einfluss auf die Liebesgeschichte von Munro und Kereny, die nicht gegensätzlicher sein könnten und sich dennoch im Kern auch so ähnelten. Die Chemie zwischen ihnen war von der ersten Sekunde an spürbar und ich liebte das hin und her bei den beiden. Aufgrund ihrer Hintergrundgeschichten war es definitiv nicht einfach für sie und ich konnte vor allem die Monsterjägerin oft verstehen, aber ich muss auch sagen, dass ich dieses Maus und Katz Spiel zu herrlich fand. Kereny war eine starke Frau, die wusste, was sie wollte und einen großen Beschützerinstinkt besaß. Manchmal machte sie mich etwas kirre, aber ich bewunderte dennoch ihr Durchsetzungsvermögen. Sie wusch dem Werwolf mehr als einmal den Kopf, was dieser auch bitter nötig hatte und es war schön, wie sie sich nach und nach ergänzten und den anderen immer wieder herausforderten. Munro konnte manchmal ein wenig hitzköpfig wirken, besaß das Herz aber auf dem rechten Fleck und blieb bis zum Schluss loyal.DerSchreibstillas sich bis auf kleinere Längen schön flüssig und machte Spaß. Es besaß einen gewissen Charme, war spannend und bot tolle Wendungen. Das Wiedersehen mit alten Charakteren fand ich richtig toll und das Ende machte Lust auf mehr.Fazit:Mit diesem Band findet Cole endlich wieder zu einer Stärke zurück, die ich schon ein wenig länger nicht mehr erlebt habe. Die Geschichte bot tolle Wendungen, war spannend und sogar dasThema Zeitreisen unterhielt mich richtig gut. Die Liebesgeschichte war ein auf und ab und ich liebte die Chemie zwischen Kereny und Munro, die mich von der ersten Sekunde packen konnte. Es wurden moralische Fragen aufgeworfen, die ich spannend fand und es gab zwei tolle Antagonisten, die Spaß machten.5 von 5 Sterne