Anders als erwartet, etwas zu viel Drama, fast ein bisschen Seifenoper, aber ein solider Abschluss. Als Sommerbuch okay.
Drei Paare, die sich aus Studienzeiten kennen, verbringen jährlich ihren Urlaub zusammen. Maggie und Fionn sind zu Geld gekommen, daher übernehmen die beiden mittlerweile die Kosten für die immer luxuriöseren Domizile. Clara und Ollie kämpfen mit den Kreditraten ihres Hauses und generell mit dem Auskommen als Eltern von drei ausgelassenen Jungs. Nur Annie und Conor sind kinderlos und das macht vor allem Annie enormen Stress, denn sie hat die Vierzig schon überschritten. Alle drei Paare haben ihre Probleme und dieser Urlaub, der Entspannung bringen sollte, geht von Anfang an irgendwie schief. Sophie White bringt mit diesen drei Paaren diverse Krisen, die eine Ehe möglicherweise zu tragen hat, aufs Tapet. Da sind einerseits die ganz alltäglichen Sorgen und der ständige Vorwurf, dass eine Person mehr für die Familie arbeitet als die andere und man vieles nicht mehr sieht, weil es zu Selbstverständlich wurde. Und da ist der Druck, eine Familie gründen zu wollen und man völlig aus den Augen verliert, dass Sex Spaß machen und nicht nur einem Zweck dienen soll. Und schließlich findet sich das Thema, dass Geld nicht unbedingt glücklich macht, wenn ein Partner für die Karriere des anderen, die eigenen Wünsche und Ziele aufgegeben hat. Die Themenvielfalt ist somit interessant. Die Aufmachung ist mir allerdings zu reißerisch und verkommt im Mittelteil komplett zur Seifenoper. Zum Glück gibt es einen soliden Abschluss der Geschichte. Nicht für alle geht alles gut aus, aber vieles fügt sich positiv. Und es passiert Unvorhergesehenes. Man darf bis zum Schluss gespannt sein. Als Sommerbuch kann ich die Lektüre empfehlen. Es liest sich leicht und zügig, ist nicht langweilig, aber man darf sich trotz schwieriger Themen nicht zu viel Tiefe erwarten. Der Mittelteil war leider so gar nicht meins und hätte ich nicht ein Rezensionsexemplar erhalten, hätte ich es vielleicht abgebrochen. Zum Glück habe ich das Buch beendet und konnte mich weitgehend mit der Geschichte versöhnen. Daher vergebe ich drei Sterne für diesen unterhaltsamen Roman, der etwas mehr will, als er bieten kann.